Bärbel Kümmel verstorben

Sportjugend Berlin trauert um langjährige Jugendsekretärin

Einen Tag vor Heiligabend ist Bärbel Kümmel, geb. Lehmann, im Alter von 84 Jahren verstorben. Ihr Wirken bei der Sportjugend Berlin war legendär. Als frühere Berliner Meisterin im leichtathletischen Mehrkampf und BLV-Frauenwartin war sie 1976 in die Dienste des Landessportbundes getreten, keine Unbekannte im Berliner Sport. In den Anfangsjahren leitete sie die Erholungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche der Sportjugend und sorgte für den Einsatz der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer aus den Sportvereinen. Der Slogan „Frohe Ferien mit der Sportjugend“ war ein Begriff in der Berliner Jugendarbeit. Auch internationale Sportfreundschaften wurden von ihr begründet, war doch das alte West-Berlin ein beliebter Treffpunkt für Gäste aus aller Welt. Bärbel war überall bekannt, in Israel und Schweden genauso wie in Ungarn und der Türkei. Mit der Übernahme der Projekte der Jugendsozialarbeit, vom Deutsch-Türkischen Kindertreff bis zum Fanprojekt, und den nach der Wende zuerst im Ostteil der Stadt eingerichteten Sportjugendclubs, Mädchentreffs und mobilen Teams leistete sie Aufbauarbeit. Neuen Sportarten verhalf sie zum Durchbruch, dem Streetball, dem Scaten, dem Klettern und dem Beach-Sport, einige sind inzwischen olympiareif oder haben Eingang in den Schulsport gefunden. Sie war kreativ und durchsetzungsfähig in der Arbeit, warmherzig und hilfsbereit im Umgang mit ihren Freunden und Teams. 1996 ist Bärbel in den Ruhestand getreten, die Kontakte blieben über Berlin hinaus bestehen, eine Zeitlang spielte sie noch Tennis, zum Achtzigsten stieg sie auf dem Flughafen Tempelhof auf ein Segway. Gesundheitliche Probleme verstärkten sich, zuletzt sahen wir uns im Juni und Oktober bei Geburtstagen beim Spanier und Italiener. Ein Herzanfall beendete ein bewegtes Leben für den Sport und die Jugendarbeit. Wir sind ihr dankbar.

Manfred Nippe

  • Foto: priv.