Die gesamtgesellschaftliche Problematik des Rechtsextremismus reproduziert sich immer wieder in regelmäßigen Intervallen. Alltagsrassismus, Vorurteile gegen sozial Schwächere als auch Andersdenkende und -lebende oder Fremdenfeindlichkeit haben bereits Einzug in die Mitte der Gesellschaft gefunden.

Ein Aktionsraum der rechten Szene ist nach wie vor der Bezirk Lichtenberg. Aus Anlass der bereits sehr früh einsetzenden Rekrutierungsstrategien von Rechtsextremisten wendet sich das Projekt als dementsprechender Gegenpol vorrangig an rechts- und/oder gewaltaffine junge Menschen, im Alter von 12-16 Jahre, aus dem Sozialraum um den Lichtenberger Bahnhof im Osten Berlins.

In der langfristig angelegten prozessorientierten Projektarbeit ist der Sport der bestimmende methodische Zugang. Er eröffnet den Zielgruppenadressaten eine Möglichkeit von attraktiven, integrativen sowie sozialen Lernprozessen und bietet dadurch die Chance wachsenden rechtsgerichteten und gewaltaffinen Desintegrationsprozessen entgegenzusteuern.

Der Zugang zur Zielgruppe erfolgt durch die sportorientierten und sozialpädagogischen Angebote im SportJugendClub Lichtenberg, das Aufsuchen der Projektadressaten an informellen Treffpunkten in ihrer Lebenswelt, an ihrem Lernort Schule bzw. im Sportverein.

Durch das Schaffen einer tragfähigen und vertrauensvollen Beziehung zu den einzelnen Jugendlichen wird eine notwendige Grundlage für die erfolgreiche sozialpädagogische Arbeit entwickelt und gefestigt. Sie ist die Voraussetzung für die Interventionsberechtigung, die der Projektmitarbeiter benötigt, um pädagogisch wirksam werden zu können.

Ziele der Projektarbeit sind die Förderung von Toleranz, Respekt, dem Abbau von vorurteilsgeprägten Feindbildern, die eigenständige Bewältigung des Alltags sowie das Führen eines gewaltfreien Lebens. Über diese Erweiterung von Handlungskompetenzen und der daraus folgenden prosozialen Persönlichkeitsentwicklung können Einstiegsprozesse in die rechte Szene abgewendet bzw. der Verfestigung von rechter Ideologie entgegengesteuert werden.

Vorgehalten werden regelmäßige interessen- und bedürfnisorientierte Sport- bzw. Bewegungsangebote sowie AG’s, die Vermittlung an Sportvereine und niedrigschwellige Angebote wie Billard, Air-Hockey, Kicker, Internet, Kino usw..

Im psychosozialen Bereich bieten wir Unterstützung/Beratung bei Alltagsproblemen in bzw. mit der Schule, dem Ausbildungsbetrieb, mit Freunden und Eltern, mit Ämtern und Institutionen oder im Kiez sowie bei Bewerbungen an.

Zudem werden schwerpunktmäßig, im Sinne außerschulischer Bildungsarbeit Themen wie:

  • Vorurteile, Rassismus, Demokratie, Lebenswelt, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie, Gewalt, Politik und deutsche Geschichte bearbeitet sowie
  • Projekte in den Bereichen Erlebnis, Sport, Abenteuer bzw. handwerkliche Betätigungen und
  • Bildungsfahrten durchgeführt.

Sportvereine und Schulen sind besondere Partner in der Projektarbeit. An diesen Lernorten ergibt sich eine erhöhte Erreichbarkeit junger rechts- und/oder gewaltaffiner Menschen. Somit können die individuellen Problemlagen, Defizite und Konflikte der Zielgruppenmitglieder in engmaschiger Zusammenarbeit mit den schulischen pädagogischen Fachkräften bzw. Sportübungsleitern effektiv und effizient multimodal bearbeitet werden.

Weitere wichtige Kooperations- und Vernetzungspartner sind:

  • Lichtenberger Bildungseinrichtungen,
  • OSZ Ruth-Cohn,
  • Berliner Fußballverband/AG Fußball Lichtenberg/Hohenschönhausen,
  • Praxisforum Deradikalsierung u.a. mit Violence Network Prevention,
  • HOWOGE Lichtenberg,
  • Forum Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit Lichtenberg,
  • AG § 78 Region 4.1 Lichtenberg,
  • Begleitausschuss Partnerschaft für Demokratie Lichtenberg,
  • Projekte der Sportjugend Berlin sowie
  • Gangway Team Lichtenberg.

In der Rechtsextremismusprävention ergeben sich für das Projekt die folgenden Arbeitsschwerpunkte:

  • Politische und historische Bildung,
  • Gewaltprävention,
  • Erwerb von Handlungskompetenzen,
  • Soziales Lernen lernen und Soziale Integration.