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Umgang mit verhaltensoriginellen Kindern

Das richtige Spiel zur richtigen Zeit - erstmalige Fortbildungen für Teilnehmende in Freiwilligendiensten

Manche Kinder bringen uns an unsere Grenzen. Sie fordern uns nicht nur, sie überfordern uns auch manchmal.

Gerade junge Menschen, die das erste Mal als Trainer/-in vor Gruppen stehen, kämpfen oft mit herausforderndem Verhalten. Da ist der klassische Methodenkoffer schnell leer und die Frage „Was soll ich denn noch alles machen?“ stellt sich.

In Zusammenarbeit mit dem Sportverein Pfeffersport e.V. führte die Sportjugend Berlin einen Workshop zum Thema „Umgang mit verhaltensoriginellen Kindern“ durch. Der Einladung folgten 20 Teilnehmende aus den unterschiedlichen Freiwilligendiensten. Das Thema brannte allen gleichermaßen unter den Nägeln.

Lisa Hübler und Oliver Klar von Pfeffersport e.V. sprachen mit den Teilnehmenden über die Haltung, die wir den Kindern entgegenbringen. Wie begegnen wir den Kindern eigentlich („Typisch, du schon wieder“, „Paul und Yussef sind echte Rabauken, auf die musst du aufpassen“)? Sind wir offen, sind wir vorgewarnt, wissen wir eh, was uns gleich erwartet?

Eine Reflexion über eigene (Vor-)urteile ist von großer Bedeutung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Denn: Mit einer positiven Grundhaltung lassen sich pädagogische Grundprinzipien auch bei nicht optimalen Rahmenbedingungen besser umsetzen.

Aber auch die besten pädagogischen Vorsätze helfen nicht, wenn wir über nicht genügend Handlungsoptionen verfügen. So sprachen die Dozent/-innen mit den Teilnehmenden auch über Interventionsmethoden, um dann in der Sporthalle „das richtige Spiel zur richtigen Zeit“ praktisch anzuleiten.

Spiele, die das Empathievermögen und Sozialverhalten steigern, Kooperationen fördern aber auch Spiele, bei denen die Kinder sich so richtig austoben dürfen und bei denen sich in festen Regeln gerauft werden kann standen auf dem Programm. Ebenso wichtig sind Spiele zur Körperwahrnehmung und zur Entspannung, die sich die Teilnehmenden in ihren Methodenkoffer packen konnten. Dieser dürfte nun wieder etwas voller sein. Und vor der nächsten Trainingsstunde gucken alle bestimmt mal rein.

Text und Fotos: Iris Jensen