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Sogar die Ehrengäste sind bis zum Schluss geblieben

Sportjugend-Vollversammlung präsentierte die eindrucksvollen Leistungen des LSB-Jugendverbands

Mitgliederversammlungen müssen nicht langweilig sein. Die Sportjugend Berlin präsentierte einen abwechslungsreichen Schnelldurchlauf ihrer wichtigsten Aktivitäten im zurückliegenden Jahr. In zwei Stunden kann und muss natürlich nicht alles gesagt werden. Zumal den 70 Delegierten der Jahresbericht vorlag. Die 50 Seiten geben einen kompletten Überblick darüber, was die LSB-Jugendorganisation für 272.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in dieser Stadt leistet.

Zwei Punkte hob der Sportjugend-Vorsitzende Steffen Sambill dennoch hervor: Die Fördervereinbarung, die der LSB mit dem Senat vor zwei Jahren abgeschlossen hat, ermöglichte unter anderem die Durchführung der Schwimm-Intensivkurse für Schüler, die nach der dritten Klasse nicht schwimmen können. Sieben Vereine organisierten in den Herbstferien Kurse für 800 Kinder. Davon haben 665 Kinder ein Schwimmabzeichen erworben. Das Video, das der Mitgliederversammlung gezeigt wurde, spiegelt die familiäre Atmosphäre wieder, die während der Kurse bei der SG Neukölln im Gropiusbad herrschte und ein Grund für den Erfolg der Kurse ist.

Außerdem berichtete Steffen Sambill von dem Appell für noch mehr Courage, der von der jüngsten Hauptausschuss-Sitzung der Deutschen Sportjugend ausging. „Steht auf gegen Hetze, seid laut gegen Antisemitismus”, forderte er unter Beifall.

Anhand von Best-Practice-Beispielen zeigte die Sportjugend ihr gesellschaftspolitisches Engagement. Vorstandsmitglied Sven Spannekrebs sprach zum Einen über die Bedeutung der Freiwilligendienste. 175 Freiwillige unterstützen zurzeit die Vereine und Verbände beim Aufbau neuer Trainingsgruppen, in der Verwaltungsarbeit und beim Mitgliederservice. Zum Anderen erläuterte er die Zusammenarbeit mit dem Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband und dem Verein Pfeffersport auf dem Gebiet der Inklusion.

Jenny Gellrich vom Handball-Verband berichtete voller Begeisterung über zwei Projekte, mit denen der Handball-Verband Bewegung in den Alltag von Kindern bringt. Sie hatte keine Bilder oder Videos dabei. Die begeisterten Kinder konnte man sich trotzdem sehr gut vorstellen. Das Projekt „Handball spielend erleben” wird aus Mitteln des LSB-Programms „Kooperation Schule - Verein/Verband” unterstützt. Das Projekt „Kita-Kinder gewinnen” erhält Mittel aus dem LSB-Programm „Kleine kommen ganz groß raus”. Die Projekte sind so erfolgreich, dass die Zahl der teilnehmenden Kitas und Schulen von Jahr zu Jahr wächst.

Vorstandsmitglied Jannis Bronisefski sprach über zwei weitere wichtige „Schlaglichter”, wie er es formulierte. Die Aktivitäten der Sportjugend zum Kinderschutz waren erst kürzlich Thema der Regionalkonferenz.

Er informierte außerdem darüber, dass sich das LSB-Nachwuchsförderprojekt BERLIN HAT TALENT künftig an alle Kinder richten soll. Bisher profitierten vor allem sportlich talentierte Kinder und Kinder mit Bewegungsförderbedarf von diesem Programm. Mit einer Gutschein-Aktion soll jetzt jedes Kind, das noch nicht Mitglied in einem Sportverein ist, in einem Verein seiner Wahl Angebote nutzen können. Mit den Worten „Und jetzt ein kleiner Werbeblock” machte er außerdem auf die neu erschienenen Broschüren über die Sportjugendreisen und die Angebote der Bildungsstätte aufmerksam.

Vorstandsmitglied Christian Krull stellte den Sechs-Millionen-Haushalt der Sportjugend vor. Die Delegierten stellten dazu keine Fragen. Der Vorstand wurde mit wenigen Stimmenthaltungen entlastet.

Die Leistungen der Sportjugend wären ohne Ehrenamtliche nicht möglich. Vor einer Woche wurden 50 junge Ehrenamtliche aus Vereinen und Verbänden mit der Sportjugend-Gratia ausgezeichnet. Bei der Mitgliederversammlung standen zwei weitere Ehrenamtliche im Mittelpunkt, die seit Jahrzehnten als Trainer arbeiten. Eberhard Altmann vom Handball-Verband Berlin und Fußball-Trainer Heinz Schmidt. Sie erhielten die Sport-Junike und viel Applaus.

Viel Applaus gab es auch für Ralph Rose. Er hat über 20 Jahre im Vorstand der Sportjugend mitgewirkt. „Danke und alles Gute”, waren die schlichten Worte, mit denen er sich verabschiedete. Der Abschied kam für den Vorstand nicht ganz überraschend, aber eine würdige Verabschiedung werde folgen, so Steffen Sambill.

Von den Leistungen der Sportjugend waren auch die Ehrengäste beeindruckt. „Die Sportjugend trägt dazu bei, dass junge Menschen eine Orientierung finden, über etwas nachdenken und sich austauschen können. Das scheint mir eines der schwierigsten Probleme in dieser Zeit zu sein,” sagte Sigrid Klebba, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Sie würdigte insbesondere die Integrationsleistungen der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit (GSJ). Ein wichtiges Projekt sei „ankommen“, das Sport-Angebote in der Notunterkunft auf dem Tempelhofer Feld realisiert. Sigrid Klebba sprach auch über die notwendige angemessene Bezahlung der Mitarbeiter. „Wie sind in den Haushaltsberatungen. Ich will nicht vorgreifen. Aber der Senat steht an der Seite der Sportjugend”, sagte sie.

LSB-Präsident Thomas Härtel knüpfte daran an, indem er forderte: „Angemessene Bezahlung ist auch eine Form der Anerkennung. Die Regierung soll dem folgen, was die Abgeordneten auf den Weg gebracht haben.”

Diesen Dank an die Parlamentarier nahmen Dennis Buchner (SPD) und Philipp Bertram (Linke), Sportpolitische Sprecher ihrer Parteien im Abgeordnetenhaus, und Melanie Kühnemann-Grunow, Sprecherin für Jugend und Familie der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus unmittelbar zur Kenntnis. Sie saßen in der ersten Reihe im Coubertin-Saal.

Zur Choreografie der Mitgliederversammlung hätte kein langes Schlusswort gepasst. So sagte Steffen Sambill nur: „Sie haben heute Abend gesehen: Jeder aus dem Vorstand trägt ein Stück Verantwortung. Und sogar die Ehrengäste sind bis zum Schluss geblieben.”

Fotos: Engler

 

 

  • Jenny Gellrich vom Handball-Verband Berlin