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neues "Jugendfreiwilligenjahr" vorgestellt

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat heute in Berlin ihr Konzept für das neue „Jugendfreiwilligenjahr“ vorgestellt. Es soll künftig bestehende Dienstformen, wie FSJ, BFD oder FÖJ ersetzen. 

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat heute in Berlin ihr Konzept für das neue „Jugendfreiwilligenjahr“ vorgestellt.

Bevor es zur offiziellen Pressekonferenz ging, traf sich die Ministerin mit Freiwilligen aus FSJ, BFD und FÖJ, um die drängendsten Probleme in den Freiwilligendiensten aus „erster Hand“ zu erfahren. Die jungen Freiwilligen, unter ihnen auch Antonia Weise - sie absolviert aktuell ein FSJ bei der Sportjugend Berlin in der Einsatzstelle beim Sportverein „Seitenwechsel e.V. - machten vor allem auf die mangelnde öffentliche  Anerkennung sowie die Probleme rund um den fehlenden Zuschuss zur Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr aufmerksam.

Ministerin Giffey: „Jeder junge Mensch, der die Schulzeit beendet hat, sollte ein Jugendfreiwilligenjahr in Deutschland leisten können. Um junge Menschen tatsächlich dafür zu begeistern, wollen wir die bestehenden Jugendfreiwilligendienste zu einem „Jugendfreiwilligenjahr“ weiterentwickeln und die Rahmenbedingungen verbessern. Alle Jugendlichen sollen einen Rechtsanspruch darauf bekommen, dass ihre Freiwilligendienst-Vereinbarung vom Bund gefördert wird. Um das Freiwilligenjahr attraktiver zu machen, wollen wir allen einen Zuschuss zur Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr zahlen und bundesweit ein einheitliches Freiwilligengeld von 402 Euro zuzüglich entsprechender Sozialversicherungsbeiträge garantieren. Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die sich freiwillig einbringen. Engagement braucht aber gute Rahmenbedingungen. Genau die wollen wir mit unserem Vorschlag für ein neuen „Jugendfreiwilligenjahr“ schaffen.“

Die Vorstellung des Konzepts sein ein „Startpunkt“, betonte die Ministerin. Die genaue Gestaltung werde mit Beteiligung von Jugendverbänden, Trägern und Einsatzstellen erarbeitet. Das Konzept ist laut Giffey ein „Gegenentwurf“ zu der Idee eines Pflichtjahres, welches  im Sommer in Teilen der Koalition diskutiert worden war. Ihr  Ansatz sei hingegen, dass Menschen sich "aus Überzeugung" engagieren und nicht deshalb, weil sie dazu verpflichtet werden. Auch die Schaffung der Möglichkeit eines Teilzeitdienstes ist in der Planung und soll bereits 2019 umgesetzt werden.

Die Sportjugend Berlin unterstützt das Vorhaben der Bundesministerin ausdrücklich. Die Förderung freiwilligen Engagements z.B. durch die gerechte Mittelverteilung auf alle Freiwilligenformate und die Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen für Freiwillige sind wichtige Schritte zur Attraktivitätssteigerung solcher Dienste.

  • ganz links: Antonia Weise vom Verein Seitenwechsel e.V.