Details

Fanprojekt der Sportjugend Berlin ausgezeichnet

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz zeichnet jedes Jahr im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ Projekte aus ganz Deutschland aus, die sich für Demokratie und gegen Antisemitismus engagieren.

Zu den Preisträgern 2017 gehörte das Projekt "Aus der eigenen Geschichte lernen" und das Folgeprojekt "Spurensuche" des Fanprojekts der Sportjugend Berlin und Hertha BSC. Seit 2015 setzten sich in dem Projekt Fans von Hertha BSC mit der Geschichte des Vereins während des Nationalsozialismus auseinander. Dies geschah über eine historische Stadiontour, in Zeitzeugengesprächen sowie Gedenkstättenfahrten nach Dachau, Auschwitz und Krakau. Im Folgeprojekt "Spurensuche" wurde von den Teilnehmenden die Biografie des jüdischen Mannschaftsarztes von Hertha BSC, Dr. Hermann Horwitz, der in Auschwitz von den Nazis ermordet worden war, recherchiert. Die Fans haben über einen Zeitraum von neun Monaten regelmäßig in ihrer Freizeit und ehrenamtlich am Projekt "Spurensuche" mitgearbeitet. Sogar ein Buch ist entstanden: „Dr. Hermann Horwitz - Eine Spurensuche“. Im Verein und in der Fanszene hat das Projekt Diskussionen über den Umgang mit der eigenen Geschichte, aber auch über gegenwärtigen Rassismus und Antisemitismus im Stadion angeschoben. Und die Spurensuche geht weiter: Hertha-Fans forschen und recherchieren aktuell zu Biografien und Schicksalen weiterer jüdischer Vereinsmitglieder von Hertha BSC.

Bei der Preisverleihung in Potsdam am 20. Juni stellten Söhnke Vosgerau vom Fanprojekt der Sportjugend und Stefano Bazzano von der Fanbetreuung von Hertha BSC das Projekt vor. Die Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg überreichte beiden die Urkunde und würdigte das große Engagement und den Mut der Fans, sich mit den verdrängten Geschichten und „dunklen Seiten ihrer Fußballfamilie“ zu befassen.