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„Eine Spende von Zeit und Wissen“

Freiwillige und Einsatzstellen besprechen Perspektiven von FSJ und BFD

Rund 180 Freiwillige hat die Sportjugend Berlin (SJB) im Jahrgang 2018/19 betreut. Sie alle haben einen Freiwilligendienst im Sport gemacht, Berliner Vereine und Verbände bei ihrer Arbeit unterstützt. Zum zweiten Mal haben sich nun beim Landessportbund Freiwillige und Vertreter/-innen der Einsatzstellen zu einem umfassenden Austausch getroffen. Gemeinsam wollen sie die Freiwilligendienste noch besser machen.

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD) sind seit 18 Jahren für Sportvereine und -verbände von großer Bedeutung. Sie bieten eine hervorragende Möglichkeit, junge Mitglieder einzubinden und bestenfalls langfristig für ein Ehrenamt zu gewinnen. Die Freiwilligen nutzen den Freiwilligendienst als gute Möglichkeit der (Weiter-)Bildung und Orientierung.

Bei dem Austausch, zu dem die Sportjugend Berlin als Träger der Freiwilligendienste einlud war auch Sportsoziologe Prof. Dr. Sebastian Braun von der Humboldt-Universität zu Berlin zu Gast. Er sprach über das „neue Ehrenamt“ und darüber, was Freiwillige heutzutage erwarten: „Ehrenamtliches Engagement ist eine Spende von Zeit und Wissen. Aber die jungen Engagierten erwarten dafür auch etwas zurück. Sie suchen eine vielfältige, zeitlich befristete und tätigkeitsorientierte Aufgabe, die zu ihrer aktuellen persönlichen Situation passt. Sie wollen sich selbst verwirklichen und Fähigkeiten erlernen, die über das Ehrenamt hinaus wichtig sind.“

An drei Thementischen diskutierten die Jahrgangssprecher/-innen aus FSJ und BFD mit Anleitern/-innen, die in den Einsatzstellen die ersten Ansprechpartner/-innen für die Freiwilligen sind. Ausgetauscht haben sie sich zu den Themen „Anerkennung und Wertschätzung“, „Ideale Zusammenarbeit“ und „Nachhaltigkeit freiwilligen Engagements“. Alle Beteiligten hatten die Chance deutlich zu machen, was sie voneinander erwarten und was gemeinsam verbessert werden kann. Die wichtigsten Ergebnisse waren dabei:

  • Die Einsatzstellen sollten konkrete Vorstellungen und Ziele mit den Freiwilligen im Vorfeld des Dienstes besprechen.
  • Es muss eine gute Kommunikation zwischen Einsatzstellen und Freiwilligen stattfinden.
  • Vertrauen ist wichtig. Freiwillige sollten Verantwortung übernehmen dürfen und bestimmte Dinge selbstständig erledigen können.
  • Eine Begegnung auf Augenhöhe, gegenseitiger Respekt und „Danke“ zu sagen sind wichtig und fördern das Selbstvertrauen.
  • Die Freiwilligen wünschen sich Rückhalt und Perspektiven.

Für die Vereine und Verbände bot das Treffen eine Möglichkeit, die Sichtweise der Freiwilligen besser kennenzulernen. Das kann hilfreich sein bei der Frage, wie junge Ehrenamtliche über FSJ/BFD hinaus gebunden werden können. „Vereine brauchen Nachhaltigkeit – sie möchten die Freiwilligen gern langfristig mit einbeziehen. Dazu müssen sie den jungen Menschen einen Mehrwert bieten, Fortbildungen finanzieren, Karriere-Hilfe leisten, Perspektiven eröffnen“, erklärt Prof. Braun. Oftmals funktioniert das schon sehr gut. FSJ-Vorstandsmitglied Christian Krull berichtet: „Erfahrungsgemäß bleibt die Bindung an den Verein nach Ablauf des FSJ bestehen – ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind oft bereit, sich auch später ehrenamtlich im Verein zu engagieren. Zusätzlich wird der Berliner Sport durch viele gut ausgebildete Trainerinnen und Trainer bereichert.“

Franziska Staupendahl

Fotos: Jaro Suffner