FanProjekt Berlin

Aufsuchende pädagogische Arbeit mit jugendlichen Fußballfans

Das Arbeitsfeld “Sozialpädagogische Fanarbeit”

Die Angebote des Fanprojekts richten sich an Fußballfans beiderlei Geschlechts im Alter von 14 bis 27 Jahren, die sich im Umfeld von Hertha BSC und BFC Dynamo aufhalten.
 Das Projekt ist in seinen Angeboten offen für alle Jugendlichen, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, ihrer politischen Orientierung sowie ihrem Verhältnis zu Gewalt.
Das heißt, das Projekt arbeitet sowohl mit auffälligen, gewaltfaszinierten und gewaltbereiten Jugendlichen als auch mit Einzelpersonen und aktiven Gruppen, die sich selbstinitiativ, kreativ, gewaltfrei und antirassistisch engagieren.

Grundsatz des Projekts ist es, junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung so zu begleiten, zu unterstützen und zu beraten, dass sie selbstverantwortlich und selbstreflektiert Handlungskompetenzen entwickeln können, die sie befähigen, die Tragweite ihrer Handlungen zu erkennen sowie ggf. Verhaltensmodifizierungen zu erlernen und dauerhaft umzusetzen.

Wichtige Arbeitsschwerpunkte zur Zielerreichung sind die aufsuchende Jugendarbeit an den Spieltagen bei Heimspielen sowie die Begleitung und Betreuung bei Auswärtsspielen. Aber auch im Alltag findet aufsuchende Arbeit an den Treffpunkten der Fans statt.

Die Mitarbeiter des Projekts verstehen sich als parteiliche und kritische Lobbyisten, die sich für die Bedürfnisse und Wünsche von Jugendlichen in der reglementierten Welt des Profifußballs einsetzen. Sie fördern das Verständnis für die Lebenswelt der Jugendlichen und setzen sich für die Schaffung bzw. für den Erhalt von Freiräumen für junge Menschen ein. Grundsätzlich, jedoch insbesondere in Krisen - und Konfliktsituationen engagieren sich die Mitarbeiter für die Integration und gegen die Ausgrenzung von Jugendlichen. Deshalb wirkt das Projekt in Konfliktsituationen als Vermittler zwischen Fans und Verein, Polizei und anderen Institutionen. Durch die Organisation von Runden Tischen und Diskussionsabenden bringt das Projekt die Betroffenen in den direkten kritischen Dialog.

Darüber hinaus fördert das Projekt u. a. durch kulturpädagogische Maßnahmen wie Graffitiworkshops und der Unterstützung bei Choreographien die kreativen und positiven Potentiale der Jugendlichen. Die Durchführung von Lesungen zu Fanspezifischen Themen, die Organisation von Filmabenden  sowie Erzählcafes fördern die Auseinandersetzung mit der eigenen sowie anderen Fankulturen.
Die Mitarbeiter setzen sich für demokratische Strukturen und Selbstorganisation in der Jugendarbeit im Sport ein und fördern bürgerschaftliches sowie ehrenamtliches Engagement. 

Große Bedeutung in der Angebotsstruktur besitzt zudem der 2012 neu geschaffene, zentrale Treffpunkt  "Haus der Fußballkulturen". Dort bieten sich Möglichkeiten für Bildungs- und Kultur- sowie freizeitpädagogische Angebote, wie Lesungen, Erzählcafes, runde Tische, Fußballübertragungen u. v. a. m.
Die Räumlichkeiten des Fanprojekts eignen sich hervorragend für Rollstuhlfahrer, da sowohl der Zugang und der Veranstaltungsraum als auch die sanitären Anlagen barrierefrei zu nutzen sind.