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„Ich bleib’ engagiert!“

Umfassende Studie bestätigt das Engagement nach Abschluss der Freiwilligendienste im Sport

Im Rahmen des Förderprogramms ZI:EL und in Zusammenarbeit mit dem Bundestutorat Freiwilligendienste im Sport wurde im vergangenen Jahr eine umfassende Studie zum Engagement der ehemaligen Freiwilligendienstleistenden im Sport durchgeführt.[1]

Es ist als großer Erfolg zu werten, dass sehr viele ehemalige Freiwillige an der Umfrage teilgenommen haben – immerhin ein Fünftel der Antwortenden hatte ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bereits vor sechs bis zehn Jahren abgeleistet, was auf eine große Verbundenheit mit dem Sport und dem Freiwilligendienst schließen lässt.

Zufriedenheit mit dem Freiwilligendienst
Fast zwei Drittel der Befragten geben an, dass der Freiwilligendienst ihre berufliche Weichenstellung zum Teil oder sehr stark beeinflusst habe. Entsprechend bejahen zwei Drittel der Befragten, dass Studium, Ausbildung und/oder berufliche Tätigkeiten von dem Freiwilligendienst profitiert haben.

Mit dem Lernerfolg durch FSJ oder BFD sind die Ehemaligen hochzufrieden: Knapp zwei Drittel der Befragten gibt die Bestnote für das im Freiwilligendienst Gelernte, ein knappes Drittel zeigt sich zufrieden. Auch mit ihren Einsatzstellen sind fast 90% der Befragten in der Rückschau sehr zufrieden oder zufrieden.

Fast 90% der Freiwilligen würden ihren Dienst rückblickend mit den Schulnoten „sehr gut“ oder „gut“ bewerten, weniger als zwei Prozent sind wirklich unzufrieden. Die Weiterempfehlungsrate eines Freiwilligendienstes im Sport liegt bei 90%, also extrem hoch. Weit mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, immer noch Kontakte zur Einsatzstelle zu pflegen.

Ehrenamtliches Engagement vor und nach dem Dienst
Die Mehrzahl der Befragten war bereits vor dem Freiwilligendienst ehrenamtlich aktiv, nämlich mehr als zwei Drittel. Die große Mehrheit davon gibt ein Engagement in einem Sportverein an. Nach dem Freiwilligendienst waren mehr Befragte ehrenamtlich engagiert als vor dem Dienst – die allermeisten im Sportverein. Die Quote der Aktiven steigt um 5% - von 68% auf 73%. Das entspricht knapp drei Viertel aller Befragten.

Die große Mehrzahl derjenigen, die sich nach ihrem Freiwilligendienst weiterhin engagier(t)en, sind als Übungsleiter/-in tätig. Zu den häufigsten Nennungen gehören zudem die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, die praktische Arbeit sowie Vorstandstätigkeiten.

Qualität der Erfahrungen
Eindeutig zeigt sich, dass eine gute Betreuung der Freiwilligen essentiell ist für Fortsetzung des Ehrenamts und sehr zeitaufwändig. Studienteilnehmer/innen fordern dazu auf, für die Betreuung der Freiwilligen ausreichende Ressourcen zur Verfügung stellen sowie die Erhaltung des Betreuungsschlüssels 1:40 als wichtiges politisches Ziel der Verbandsarbeit anzusehen. Alle Befragten, die nach dem FWD weiterhin aktiv waren, haben während ihres FWD sehr gute Erfahrungen gemacht und äußern sich sehr zufrieden mit ihrem Bildungs- und Orientierungsjahr.

Eine gute Qualität ist laut den Interviewten dann gegeben, wenn der Freiwilligendienst die folgenden Kriterien erfüllt:

Sinnhaftigkeit der Arbeit

  • Wirksamkeit der eigenen Aktivitäten
  • Sichtbare Erfolge in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen
  • Positive, wertschätzende und anerkennende Rückmeldungen zur eigenen Arbeit aus dem Verein sowie von den Eltern der betreuten Kinder
  • Gute Betreuung in pädagogischen und fachlichen Fragen
  • Bereichernde Begegnungen mit anderen Freiwilligen im Rahmen der Seminare.

Die positiven Ergebnisse und Erkenntnisse der durchgeführten Studie zeigen einmal mehr die Wirksamkeit der Freiwilligendienste im Sport. Sowohl die Freiwilligen als auch die Einsatzstellen profitieren enorm von dem Einsatz. Menschen, die sich in einem Freiwilligendienst in einem Sportverein engagieren bleiben dem Ehrenamt in großer Zahl erhalten.

Die Sportjugend Berlin fungiert bereits seit dem Jahr 2001 als Träger im freiwilligen Sozialen Jahr im Sport. Seit dem Jahr 2012 wurde das Angebot auf den Bundesfreiwilligendienst ausgeweitet. Seitdem haben sich mehr als 1200 Menschen für einen Freiwilligendienst im Sport entschieden.

 

Für den Jahrgang 2016/2017 läuft aktuell das Bewerbungsverfahren. Die Sportjugend hat noch freie Kapazitäten für den Start 1. August und 1. September. Bewerbungen können schriftlich oder per Email an die Sportjugend Berlin, Jesse-Owens-Allee 2, 14045 Berlin, fsj@sportjugend-berlin.de gesendet werden.

 

Quelle: Dr. Jaana Eichhorn, Deutsche Sportjugend


[1]   Bericht zur Befragung ehemaliger Freiwilliger im Sport. Durchgeführt von der gos mbH in Kooperation mit der Forscherei und im Auftrag der Deutschen Sportjugend. Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) über das  Förderprogramm ZI:EL „Zukunftsinvestition: Entwicklung jungen Engagements im Sport“. Der komplette Bericht kann unter ziel@dsj.de angefordert werden.